2. Oktober 2026 | Verkaufen · 6 Min. Lesezeit
mmobilienpreise steigen wieder – ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Verkaufen?
Nach der deutlichen Marktveränderung der vergangenen Jahre zeigt sich der deutsche Immobilienmarkt wieder stabiler.
Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes lagen die Preise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026 durchschnittlich 0,6 Prozent über dem Vorjahresquartal. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 stiegen die Preise um 0,3 Prozent.
Besonders interessant: In kreisfreien Großstädten außerhalb der sieben größten deutschen Metropolen stiegen die Preise für Eigentumswohnungen gegenüber dem Vorjahr sogar um 2,0 Prozent. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern zeigte sich ebenfalls eine insgesamt stabile Entwicklung.
Für Eigentümer klingt das zunächst nach einer guten Nachricht.
Doch der Immobilienmarkt hat aktuell zwei Seiten.
Denn während sich die Kaufpreise stabilisieren beziehungsweise teilweise wieder steigen, sind gleichzeitig die Finanzierungskosten für Käufer deutlich gestiegen.
Bauzinsen wieder deutlich über vier Prozent
Ende September 2026 bewegen sich Baufinanzierungen mit zehnjähriger Zinsbindung – abhängig von Eigenkapital, Beleihung und persönlicher Bonität – häufig im Bereich von gut vier bis etwa viereinhalb Prozent.
Damit kostet die Finanzierung einer Immobilie deutlich mehr als noch in Phasen niedrigerer Bauzinsen.
Und genau das hat unmittelbare Auswirkungen auf den Immobilienmarkt.
Denn für die meisten Käufer ist nicht ausschließlich der Kaufpreis entscheidend.
Entscheidend ist vielmehr:
Welche monatliche Rate kann ich mir leisten?
Steigen die Finanzierungskosten, erhöht sich bei gleicher Darlehenssumme die monatliche Belastung. Alternativ muss der Käufer mehr Eigenkapital einsetzen, die Tilgung anpassen – oder seinen maximal möglichen Kaufpreis reduzieren.
Steigende Preise treffen auf begrenzte Finanzierungsmöglichkeiten
Damit entsteht aktuell eine besondere Situation.
Auf der einen Seite sehen wir einen Immobilienmarkt, der sich nach den Preisrückgängen der vergangenen Jahre stabilisiert hat.
Auf der anderen Seite verhindern die höheren Finanzierungskosten, dass Käufer jedem steigenden Angebotspreis automatisch folgen können.
Für Verkäufer bedeutet das:
Ein steigender Immobilienpreisindex ist kein Freifahrtschein für einen beliebig hohen Angebotspreis.
Eine Immobilie kann auf dem Papier beispielsweise einen attraktiven Marktwert haben. Entscheidend ist am Ende jedoch, ob sich in der jeweiligen Käuferzielgruppe genügend Menschen finden, die diesen Preis auch tatsächlich finanzieren können und bezahlen möchten.
Gerade deshalb wird eine realistische Immobilienbewertung aktuell besonders wichtig.
Warum ein zu hoher Angebotspreis gerade jetzt problematisch sein kann
Natürlich möchte jeder Eigentümer beim Verkauf den bestmöglichen Preis erzielen.
Das ist auch unser Anspruch.
Der höchste denkbare Preis und der bestmögliche tatsächlich erzielbare Verkaufspreis sind allerdings nicht immer dasselbe.
Wird eine Immobilie deutlich oberhalb dessen angeboten, was Käufer unter den aktuellen Finanzierungsbedingungen darstellen können, kann die Nachfrage schnell zurückgehen.
Die Folge können weniger Anfragen, wenige Besichtigungen und eine längere Vermarktungsdauer sein.
Muss der Angebotspreis anschließend mehrfach reduziert werden, entsteht bei Interessenten außerdem schnell die Frage, warum die Immobilie bereits so lange angeboten wird.
Eine gute Preisstrategie versucht deshalb nicht, möglichst hoch zu starten – sondern die Immobilie so zu positionieren, dass Marktwert, Nachfrage und Finanzierungsmöglichkeiten der potenziellen Käufer zusammenpassen.
Mehr über unseren Verkaufsprozess erfahren Sie unter Immobilie verkaufen mit IMMOMAGIN.
Ein Beispiel: Was höhere Zinsen für Käufer bedeuten
Die Auswirkungen erscheinen bei wenigen Zehntelprozentpunkten zunächst gering.
Bei großen Darlehenssummen sieht das anders aus.
Steigt beispielsweise der Zinssatz einer Finanzierung über 300.000 Euro um nur 0,5 Prozentpunkte, entstehen im ersten Jahr rund 1.500 Euro zusätzliche Zinskosten.
Das entspricht bereits etwa 125 Euro zusätzlicher Belastung pro Monat – bei identischer Darlehenssumme und noch ohne weitere Veränderungen der Finanzierung.
Bei höheren Kaufpreisen beziehungsweise Darlehen fällt der Unterschied entsprechend größer aus.
Genau deshalb betrachten Kaufinteressenten Immobilien heute häufig wesentlich genauer unter dem Gesichtspunkt ihrer monatlichen Finanzierbarkeit.
Für Verkäufer ist nicht nur der Immobilienmarkt relevant
Hier zeigt sich ein Punkt, der bei einer Immobilienvermarktung häufig unterschätzt wird:
Ein Makler sollte nicht ausschließlich wissen, wie Immobilien bewertet und vermarktet werden.
Er sollte idealerweise auch verstehen, wie Käufer einen Kaufpreis finanzieren können.
Bei IMMOMAGIN verbinden wir deshalb Immobilienvermittlung und Baufinanzierung.
Dadurch betrachten wir einen möglichen Verkauf nicht nur aus Sicht des Eigentümers, sondern kennen auch die andere Seite des Tisches:
Welche monatlichen Raten entstehen für einen Käufer? Welche Rolle spielt das Eigenkapital? Wie verändert sich die Finanzierung bei einem höheren Kaufpreis? Und welche Kaufpreise lassen sich für unterschiedliche Käufergruppen realistisch darstellen?
Gerade im aktuellen Zinsumfeld kann dieses Verständnis bei der Preisfindung und Interessentenqualifizierung hilfreich sein.
Bedeutet das, dass jetzt ein guter Zeitpunkt zum Verkaufen ist?
Eine pauschale Antwort wäre unseriös.
Die aktuellen Zahlen zeigen zwar, dass sich der Immobilienmarkt insgesamt stabilisiert hat und die Preise zuletzt wieder leicht gestiegen sind.
Ob Ihre konkrete Immobilie aktuell besonders gute Verkaufschancen hat, hängt jedoch von zahlreichen Faktoren ab.
Dazu gehören insbesondere:
Lage, Objektart, Grundstück, Zustand, Modernisierungen, Energieeffizienz, Ausstattung und natürlich die Nachfrage in der jeweiligen Käufergruppe.
Ein Einfamilienhaus in gefragter Wohnlage kann sich völlig anders entwickeln als eine sanierungsbedürftige Wohnung oder ein vermietetes Anlageobjekt.
Deshalb sollte die Frage nicht lauten:
„Steigen die Immobilienpreise gerade?“
Sondern:
„Wie steht meine Immobilie im aktuellen Markt – und was sind Käufer heute bereit und in der Lage dafür zu bezahlen?“
Immobilienwert jetzt überprüfen
Wenn Sie ohnehin darüber nachdenken, Ihr Haus oder Ihre Wohnung 2026 oder 2027 zu verkaufen, ist die aktuelle Marktsituation ein guter Anlass, den Wert Ihrer Immobilie neu einschätzen zu lassen.
Denn Bewertungen oder Preisvorstellungen aus den vergangenen Jahren lassen sich aufgrund veränderter Kaufpreise und Finanzierungskosten nicht einfach auf den heutigen Markt übertragen.
Mit einer professionellen Immobilienbewertung erhalten Sie zunächst eine realistische Einschätzung Ihrer Immobilie.
Anschließend können wir gemeinsam besprechen, ob ein Verkauf aktuell sinnvoll erscheint und mit welcher Preis- und Vermarktungsstrategie Ihre Immobilie positioniert werden könnte.
Sie möchten wissen, wie Ihre Immobilie derzeit am Markt steht?
Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit IMMOMAGIN auf.